Österreichische Leitbetriebe als Weltmarktführer stärken.
Dienstag, den 17. Dezember 2013 um 06:18 Uhr

Österreichische Leitbetriebe als Weltmarktführer stärken.

 

"Leitbetriebe sind die Kernsubstanz der österreichischen Volkswirtschaft. Wir müssen sie daher als Weltmarktführer weiter stärken", nennt der Generalsekretär der Industriellenvereinigung (IV) Mag. Christoph Neumayer.

 


 

Eine neue neuen Studie des Industriewissenschaftlichen Institutes (IWI) im Auftrag der Industriellen Vereinigung nennt, dass durch Österreichs Leitbetriebe durchschnittlich zwei- bis dreimal so viel an Produktion, Wertschöpfung und Arbeitsplätzen in Österreich geschaffen und gesichert werden, als direkt in den Unternehmen selbst entstehen - und dies fast ausschließlich bei KMU, so Neumayer.

"33 ausgewählte Leitbetriebe, die zu den Top-Playern ihrer Branchen auf den internationalen Märkten zählen, standen im Mittelpunkt der aktuellen Untersuchung" führte der Vorsitzende der "IV-Plattform für Leitbetriebe" und voestalpine-Vorstandsvorsitzender Dr. Wolfgang Eder aus.


Österreichs Leitbetriebe stellen 214.000 Arbeitsplätze, fast 15 Milliarden Euro an Wertschöpfung und vier Milliarden Euro an Steuern und Abgaben.

Allein in Österreich würden diese Unternehmen gesamtwirtschaftlich für 214.000 Arbeitsplätze, fast 15 Milliarden Euro an Wertschöpfung und vier Milliarden Euro an Steuern und Abgaben stehen.

 

 

"Viele österreichische Leitbetriebe sind insbesondere in Marktnischen erfolgreich und zählen hinsichtlich Marktanteil und Technologieführerschaft zu den führenden Unternehmen am Weltmarkt", so Eder weiters. Erfolgsfaktor und Fundament dieser Leistungsfähigkeit sei die starke internationale Orientierung dieser Unternehmen, die sie zu Weltmarktführern und globalen Botschaftern für Qualität und Innovationskraft "Made in Austria" gemacht habe.

 

Jeder sechste Euro von Österreichs Exportwirtschaft durch 33 Leitbetriebe.

Nahezu die Hälfte der 33 Unternehmen würde den globalen Marktanteil in Ihren Kernaktivitäten auf über 30 Prozent beziffern. "Mit einer Exportquote von durchschnittlich 85 Prozent entfallen 19 Mrd. Euro an Exporten direkt auf die 33 Unternehmen. Das entspricht jedem sechsten Euro, den Österreich in seinen gesamten Exportaktivitäten verbucht", ergänzte Eder. Ihre internationale Orientierung erlaube den Unternehmen dabei nicht nur den Zugang zu neuen Kunden, größeren Märkten und Ressourcen oder den Transfer von Know-How. Sie reduziere auch das Risiko der Abhängigkeit von Einzelmärkten und sorge für höhere Kapazitätsauslastung, was deutliche Vorteile bei Beschäftigung und Wettbewerbsfähigkeit der Leitbetriebe auch in Österreich bringe.

 


1,1 Milliarden Euro an F&E-Investitionen.

Zur Bedeutung von Forschung und Entwicklung und Innovation: "Die Studie zeigt, dass der Schlüssel zur langfristigen Konkurrenzfähigkeit der Leitbetriebe in permanenter Forschung, Entwicklung und Innovation liegt. Nur dadurch wird es möglich, in immer kürzer werdenden Zyklen mit immer neuen Produkten und Dienstleitungen auf den Weltmärkten erfolgreich zu sein", so Wolfgang Eder. Die 33 untersuchten Unternehmen würden allein in Österreich 1,1 Milliarden Euro in F&E investieren und beschäftigen 5.000 hochqualifizierte Forscherinnen und Forscher. "Die Unternehmen sind aber auch weltweit in F&E-Netzwerke eingebunden und leiten F&E-Inputs wie Innovationsmagneten nach Österreich weiter", ergänzte Eder. In Österreich kooperieren dabei acht von zehn Leitbetrieben regelmäßig mit Universitäten und Fachhochschulen.

In Hinblick auf die aktuellen Hürden für den Wirtschaftsstandort Österreich bzw. Europa hob Eder in seinen weiteren Ausführungen die Thematik der europäischen Energiepolitik hervor. "Insbesondere für energieintensive Unternehmen wie die voestalpine ist es im immer härter werdenden globalen Standortwettbewerb entscheidend, in Europa künftig auf zukunftsweisende Rahmenbedingungen der Klima- und Energiepolitik aufzubauen. Nur so können Standorte ausgebaut und Arbeitsplätze der Zukunft gesichert werden", so der Vorstandsvorsitzende der voestalpine AG.

 

 

Vor dem Hintergrund des immer stärker werdenden internationalen Wettbewerbs und der herausfordernden Situation, in der sich Österreichs Leitbetriebe schon heute befinden, seien umgehend unterstützende Maßnahmen nötig, erklärte Industriellenvereinigung-Generalsekretär Mag. Christoph Neumayer.

"Die Studienergebnisse verstehen wir als Weckruf in Richtung Politik", so Neumayer. Sollten keine massiven Reformschritte gesetzt werden, würden Dreiviertel der befragten Leitbetriebe dem aktuell noch "gut" bewerteten Standort Österreich in den nächsten Jahren und Jahrzehnten eine "schlechte" bis "sehr schlechte" Standortqualität prognostizieren.

 

 

Industrie erwartet Standortstrategie für Leitbetriebe.

Von der neuen Bundesregierung erwarte sich die IV daher die Formulierung und Umsetzung einer umfassenden "Standortstrategie für internationale Leitbetriebe in Österreich". "Im Kern soll diese Strategie die künftige Positionierung des Leitbetriebestandortes Österreich im 21. Jahrhundert abbilden. Sie soll Antworten auf die Frage geben, wie wir bereits angesiedelte Leitbetriebe zu neuem Engagement in Österreich anregen und den einen oder anderen Leitbetrieb neu ansiedeln können", so der Generalsekretär. Als eines der wichtigsten Felder für Sofortmaßnahmen nannte Neumayer den Bereich Arbeitsmarkt.

 

"Insbesondere geht es uns hier um eine Entlastung des Faktors Arbeit durch eine substanzielle Senkung der Lohnnebenkosten", so Neumayer. Ebenso gelte es, die notwendigen Schritte zur Modernisierung der Arbeitszeitregelungen endlich einzuleiten, um die internationale Wettbewerbsfähigkeit der Leitbetriebe zu erhöhen und Beschäftigung in Österreich abzusichern. Weiters gelte es, die FTI-Strategie rasch umzusetzen und die angepeilte Forschungsquote von 3,76 Prozent des BIP zu erreichen. "Im Sinne der Stärkung der Leitbetriebe als Innovationsmotoren und Kooperationspartner für Hochschulen und innovative KMU geht es uns um ein klares Bekenntnis zu einer F&E-Offensive in Österreich - insbesondere im Bereich der angewandten Forschung", so Neumayer.