Ing. Wolfgang Pröglhöf über Regionalfunding.at, die Pionierrolle im regionalen Crowdinvesting, Unternehmertum im Waldviertel und Österreich.
Ing. Wolfgang Pröglhof - © Regionalfunding.at

"Unternehmertum bedeutet die nie endende Suche nach einer perfekten Lösung für ein identifiziertes Problem und die kontinuierliche Verbesserung bei der Umsetzung."


(Ing. Wolfgang Pröglhof)

/1/ Über regionales Crowdinvesting, dessen Anlegeranreiz und über die Rolle des Pioniers im regionalen Crowdinvesting.

 


/2/ Über die Wirtschaft im Waldviertel, wie man diese stärken könnte und was der Schlüssel für eine gesunde Wirtschaft ist.

 

 

/3/ Über Unternehmertum und was die richtige Dosierung für unternehmerisches tun ist.

 

 

/Add-on/ Was an Didi Mateschitz beeindruckt.

 

 

 

 

 

 

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Ing. Wolfgang Pröglhof ist Gründer von Regionalfunding.at, einer Plattform aus dem Waldviertel, die auf regionales Crowdinvesting fokussiert.


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"Da sich der Anlegeranreiz nicht ausschließlich auf eine monetäre Rendite beschränkt, wird die Finanzierung von sozioökonomischen Projekten (Bürgerbeteiligungen) ermöglicht, die ansonsten nicht realisierbar wären. Dadurch entsteht als Mehrwert zusätzlich zum Cash-Profit noch eine Feelgood-Rendite und diese emotionale Komponente ist der Treibstoff für den Motor, der diesen Kreislauf in Gang setzt und aufrecht erhält."

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Das Internet ermöglicht einen globalen Markt. Regionalfunding.at ist ein regionales Projekt, das eine Region stärken will.
Was sehen Sie als die größten Vorteile eines regionalen Bezuges im Internet an?


Gezielte Kapitalzufuhr in regionale Projekte setzt einen Kreislauf in Gang, der zu einer ökonomisch, ökologisch und sozial nachhaltigen Verbesserung der Lebensbedingungen führt.
Da sich der Anlegeranreiz nicht ausschließlich auf eine monetäre Rendite beschränkt, wird die Finanzierung von sozioökonomischen Projekten (Bürgerbeteiligungen) ermöglicht, die ansonsten nicht realisierbar wären. Dadurch entsteht als Mehrwert zusätzlich zum Cash-Profit noch eine Feelgood-Rendite und diese emotionale Komponente ist der Treibstoff für den Motor, der diesen Kreislauf in Gang setzt und aufrecht erhält.


Regionale Nähe schafft Vertrauen und verstärkt Bindung, Anleger kennen die Unternehmen und Projekte dadurch meist wesentlich besser als durch einen reglementierten Prospekt, den ohnehin kaum jemand liest geschweige denn versteht, und erhalten bessere und raschere Informationen aus der Umgebung als durch offizielle Berichte.

Die emotionale Komponente wirkt nicht nur auf die Anleger, auch die in der Region verwurzelten Unternehmer und Berater (Unternehmensberater und Wirtschaftstreuhänder) werden zu besonders hohen Standards hinsichtlich Leistung und Seriosität motiviert.

Regionale Beteiligungen verstärken auch Kunden-/Lieferantenbeziehungen und wirken sich zusätzlich positiv auf Unternehmen und Region aus und - wenn's einmal kritisch wird - , ziehen regionale Anleger eher mit als fremde Investoren und Banken.

 


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"Wir haben unsere Internet-Plattform regionalfunding.at mehrmandantenfähig programmieren lassen und sind darauf vorbereitet, in weiteren Regionen entsprechend qualifizierten Betreibern, die sich zur Einhaltung eines entsprechenden Qualitätsstandards verpflichten, eine Nutzungslizenz zu erteilen."

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Regionalfunding.at ist Vorreiter betreff regionalem Crowdinvesting in Österreich. Was sehen Sie als Vorteile der Pionierrolle an?


Wir betreiben regionales Crowdinvesting.
Der wesentliche Vorteil der Pionierrolle besteht in der Alleinstellung mit größtmöglicher Gestaltungsfreiheit - wir bestimmen im Rahmen der bestehenden Rechtsordnung vorerst die "Spielregeln" und bilden damit den Maßstab einerseits für unmittelbare Stakeholder - Anleger und KMU -, andererseits aber auch für die Entstehung des zukünftigen gesetzlichen Regelwerks
- es gibt zu diesem Thema kaum "Fachleute" mit ausgewiesener Expertise.


Diese Rolle ist aber auch mit einer hohen Verantwortung verbunden, gilt es doch, einen fairen Interessensausgleich zwischen Anlegern und Unternehmern zu schaffen und von vornherein das Auftreten unlauterer Elemente zu unterbinden und den Missbrauch dieser neuartigen Finanzierungsart soweit wie möglich zu verhindern.

Ich bin davon überzeugt, dass wir diese Rolle sehr gut erfüllen, wir haben als Finanzinstrument ein Genussrechtsmodell dermaßen gestaltet und standardisiert, dass handelsrechtlich die Merkmale von Eigenkapital erfüllt werden, laufende Gewinnanteilsausschüttungen steuerrechtlich wie Zinsaufwand abzugsfähig sind, namens der Anleger Kapitalertragssteuer (25 %, auf ESt anrechenbar) im Abzugsverfahren einbehalten und direkt an das Finanzamt abgeführt werden kann (dadurch keine Steuererklärung erforderlich), steuerliche Begünstigungen bei der Ausgabe an Mitarbeiter genutzt werden können, die Genussrechtsanteile als Wertpapier einfach übertragbar sind und - zumindest theoretisch - zu einem späteren Zeitpunkt zum Handel an einer Börse angemeldet werden können.

Sowohl die Abwicklung über die Plattform Regional Funding als auch die Gestaltung des Genussrechtsmodells sind mit der Finanzmarktaufsicht und dem Finanzamt abgestimmt.

Auch die wichtigsten relevanten Förderstellen wurden miteinbezogen, um einerseits die Ausarbeitung der Emissionsunterlagen und das Erstellen von Förderanträgen in einem Aufwaschen erledigen zu können und andererseits solchermaßen eingelobtes Kapital durch Förderungen hebeln zu können.


Wir haben unsere Internet-Plattform regionalfunding.at mehrmandantenfähig programmieren lassen und sind darauf vorbereitet, in weiteren Regionen entsprechend qualifizierten Betreibern, die sich zur Einhaltung eines entsprechenden Qualitätsstandards verpflichten, eine Nutzungslizenz zu erteilen.
Diese beinhaltet auch den Content und sämtliche standardisierte Vertragswerke, die zwischen Anlegern und KMU zur Anwendung kommen sowie die Treuhandabwicklung über einen Rechtsanwalt.

Dadurch ist gewährleistet, dass auch bei Anwendung in verschiedenen Regionen das Genussrechtsmodell und die Abwicklung identisch sind - wo "Regional Funding" draufsteht, ist auch Regional Funding drinnen.

 


Was sind die größten Schwierigkeiten zum Projektstart??


Immer die, die aktuell gerade auftreten! Spass bei Seite, in der Konzeptionierungsphase war die rechtliche Komplexität das größte Problem.
Die darauffolgende Programmentwicklung hat die Beteiligten fast in den Wahnsinn getrieben - was programmierbar war, war rechtlich nicht okay, was rechtlich korrekt war, war nicht programmierbar - alles war Neuland, es gab keine Erfahrungen, auf die zurückgegriffen werden konnte. "Muddling through" und "Pilgerschrittverfahren" ist die treffendste Bezeichnung für diese Phase des Projektablauf.

In der Fertigstellungsphase verursachte die zeitliche Abstimmung zwischen "grünem Licht" seitens FMA und Finanzamt, Öffentlichkeitsarbeit und Akquisition geeigneter Kandidaten die größten Schwierigkeiten.
Diese wurden noch dadurch verstärkt, dass im Falle mehrerer Unternehmen auf Grund der qualitativ hochwertigen Unterlagen, die zur Vorbereitung von beabsichtigten Emissionen erstellt wurden, plötzlich Banken, die ursprünglich Kredite verweigert hatten, plötzlich doch zur Vergabe bereit waren...


Gerade in der Anfangsphase ist es sehr schwierig, geeignete Kandidaten zu finden.
Kaum jemand will der Erste sein, die meisten wollen erst einmal abwarten - auf Anlegerseite ist Ähnliches zu vermuten.

 

 

Ist die regionale Politik mit einem regionalen Projekt, das eine Region fördern kann, leichter als Partner zu gewinnen?

Ja! Nicht nur die regionale Politik sondern auch die Landes- und die Bundespolitik.
Für Regional Funding wurde bei den zuständigen Politikern stets ein offenes Ohr gefunden, auch auf diesem Weg ein herzliches "Dankeschön".

 

 

/3/


Unternehmertum bedeutet...

Unternehmertum bedeutet die nie endende Suche nach einer perfekten Lösung für ein identifiziertes Problem und die kontinuierliche Verbesserung bei der Umsetzung.

Unternehmerisches Tun stellt für mich das gezielte Suchen, Erkennen und Umsetzen von Bedürfnissen in Lösungen aus eigenem Antrieb und auf eigenes Risiko dar.

 

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"Wichtig ist, die richtige Dosierung als Unternehmer zwischen den Extremen "Überflieger" und "detailverliebter Perfektionist" zu finden.
Es gibt keine universelle sondern immer nur eine situative Anpassung dieser Rolle."

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Worüber würden Sie sagen: "Das war eine Erkenntnis!" Was würden Sie wieder machen und was anders machen?
Welche Tipps würden Sie anderen Personen am Start geben?...


Jedes Problem, für das es keine sofortige Lösung gibt, ist eine Chance, eine solche zu finden und daraus ein Geschäftsmodell zu entwickeln - so ist es mir auch mit Regional Funding gegangen.

Wichtig ist, die richtige Dosierung als Unternehmer zwischen den Extremen "Überflieger" und "detailverliebter Perfektionist" zu finden.
Es gibt keine universelle sondern immer nur eine situative Anpassung dieser Rolle. Ich würde das meiste wieder so machen, allerdings wesentlich früher damit beginnen.

Mein Tipp für Starter: In jedem Fehler liegt eine Chance - denken Sie an Sir Alexander Fleming und die (zufällige) Entdeckung des Penicillins.

Und ein zweiter (etwas abgedroschener) Rat: Stolpern und Stürzen ist erlaubt, aber Liegenbleiben ist verboten!

 

 

Was zeichnet aus Ihrer Sicht den Unternehmer bzw. die Unternehmerin der Zukunft aus?

Da gibt es nichts Neues, es bleibt bei "Herz und Hirn".
Eventuell wird in Zukunft noch mehr Mut benötigt...

 


Was werden die nächsten Schritte von Regionalfunding.at sein? Welche Ziele haben Sie sich für 2014 gesetzt?

Etablierung von Regional Funding in unserer ersten Region im Waldviertel (1 Mio Emissionsvolumen) und erste Lizensierungen (2-3) für andere Regionen
in Österreich.


 

 

 

 

 

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"Crowdfunding führt zur Demokratisierung der Finanzierung, damit eröffnen sich völlig neue Wege der Mittelbeschaffung und -zuführung."

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Was ist aus Ihrer Sicht das besondere an Crowdfunding und Crowdinvesting?


Crowdfunding führt zur Demokratisierung der Finanzierung, damit eröffnen sich völlig neue Wege der Mittelbeschaffung und -zuführung.
Erstmals ist eine direkte und wirtschaftlich sinnvolle Beziehung zwischen vielen (Klein-)Geldgebern und einem (Klein-)Geldempfänger möglich - das Monopol der Finanzintermediäre kann damit durchbrochen werden.
Egal, ob Fundraising für Spenden, oder Kapitaleinlobungen für Unternehmen - alles ist möglich. Mit geringem Aufwand kann eine Crowdfunding-Kampagne - egal ob vom Initiator selbst oder über eine Crowdfunding-Plattform - gestartet werden, Geldgeber können mit niedrigen Beträgen teilnehmen.


Besonders in der Form des Crowdinvesting (also nicht reiner oder überwiegender Spendencharakter) besteht eine immens große Gefahr, in rechtliche Schwierigkeiten zu geraten.
Es ist daher unbedingt erforderlich, sich intensiv mit den gesetzlichen Bestimmungen auseinanderzusetzen.
Die rechtlichen Rahmenbedingungen sind insofern ungünstig, als Crowdfunding derzeit eine rechtliche Querschnittmaterie darstellt. Wir haben bei der Entwicklung von Regional Funding festgestellt, dass dieses Thema 22 österreichische Gesetze von A wie Aktiengesetz bis Z wie Zahlungsdienstegesetz und 5 EU-Richtlinien tangiert (alle unter https://www.regionalfunding.at/links-richtlinien abrufbar).
Die Erarbeitung eines attraktiven Rechtsrahmens zur Verbesserung von Crowdfunding- und Bürgerbeteiligungsmodellen (BBP) bis 31.3.2014 - wie im Arbeitsprogramm der österreichischen Bundesregierung 2013–2018 festgelegt - lässt hier eine deutliche Entspannung erhoffen.

 

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"(...) zum Großteil sind im Waldviertel jedoch kleinere Handwerks- und Dienstleistungsunternehmen, deren Qualität, Kompetenz und Verlässlichkeit von ihren bestehenden Kunden - auch außerhalb der Region - zwar anerkannt, aber nicht bei allen potenziellen Kunden ausreichend bekannt ist.."

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Wie schaut es um das Unternehmertum im Waldviertel aus?


Die Unternehmer im Waldviertel sind hervorragend organisiert.
2010 wurde in Zwettl das Wirtschaftsforum Waldviertel von UnternehmerInnen und Führungskräften der Region gegründet, um der Waldviertler Wirtschaft und ihren Anliegen ein Gesicht geben. Aktuell zählt der Verein 170 Mitglieder, die die unterschiedlichen Branchen, Bezirke und Unternehmensgrößen der Region widerspiegeln und durch die bereits über 9.000 Waldviertler Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer repräsentiert werden.
Es gibt zwar global agierende Unternehmen von Weltrang (bspw. Pollmann, Testfuchs, Riegl) und zahlreiche Unternehmen, die überregional Bedeutung haben (bspw. Kastner, Kiennast, Brauerei Zwettl, Brauerei Schrems, Käsemacherwelt, Sonnentor, Leyer + Graf),
zum Großteil sind im Waldviertel jedoch kleinere Handwerks- und Dienstleistungsunternehmen, deren Qualität, Kompetenz und Verlässlichkeit von ihren bestehenden Kunden - auch außerhalb der Region - zwar anerkannt, aber nicht bei allen potenziellen Kunden ausreichend bekannt ist.



"Das Waldviertel ist von jeher ein strukturschwaches Landwirtschaftsgebiet", bezeichnet Wikipedia die Wirtschaft des Waldviertel (Anmerkung: http://de.wikipedia.org/wiki/Waldviertel#Wirtschaft )- was sehen Sie als die größten wirtschaftlichen Problemstellungen im Waldviertel an?

 

Das Waldviertel ist deutlich besser als sein Ruf, bei einer Erhebung der Lebensqualität in den 117 österreichischen Bezirken rangiert der Bezirk Krems/Donau Stadt auf Rang 8 und der Bezirk Horn auf Rang 9 (News, Ausgabe 33/13 Seite 24). Das Bruttoregionalprodukt des Waldviertels
betrug 2011 € 5,443 Mrd (Statistik Austria, Stand 20-12-2013) bzw. € 24.800 pro Kopf, dieses liegt damit auf knapp 70 % des österreichischen Durchschnitts, 2001 lag es mit € 16.800 pro Kopf noch bei rund 63 % des österreichischen Durchschnitts.

Damit hat in den letzten 10 Jahren eine überproportional starke Entwicklung stattgefunden. Insbesondere im Bezirk Gmünd befinden sich beachtliche Industriebetriebe (Eaton, Agrana).


Die schwache Verkehrsinfrastruktur stellt das größte Hindernis bei der wirtschaftlichen Entwicklung dar.
Die Bevölkerungsentwicklung erscheint gesamthaft zunächst nicht problematisch, bei näherer Betrachtung kann man jedoch erkennen, dass eine starke Abwanderung junger und arbeitsfähiger Personen stattgefunden hat und noch immer stattfindet, während ältere Personen (Pensionisten) zuwandern.
Diese Entwicklung ist langfristig dramatisch, da dadurch ein Arbeitskräftemangel entsteht.
Nebenbei bemerkt: Demographische Entwicklungen sollten nicht überraschen. Lehrlinge, die heute fehlen, sind bereits vor 15 Jahren nicht geboren worden...


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"Wesentlich wäre auch ein FH-Standort im nördlichen Waldviertel (Karlstein), um zukünftige hochqualifizierte Arbeitskräfte und Unternehmer auszubilden.

Die Zurverfügungstellung von Risikokapital über Regional Funding, die Unternehmensgründungen und Investitionen in Unternehmen ist ein weiterer notwendiger Schritt."

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Wie kann man die Wirtschaft im Waldviertel stärken?.

Wichtigster Punkt ist die Verbesserung der Verkehrsinfrastruktur (Waldviertelautobahn Stockerau-Gmünd, der teilweise 2+1-Ausbau der B2 und B4 ist nur ein Placebo; Verbesserung der öffentlichen Verkehrsmittel).

Wesentlich wäre auch ein FH-Standort im nördlichen Waldviertel (Karlstein), um zukünftige hochqualifizierte Arbeitskräfte und Unternehmer auszubilden.

Die Zurverfügungstellung von Risikokapital über Regional Funding, die Unternehmensgründungen und Investitionen in Unternehmen ist ein weiterer notwendiger Schritt.
Die Verbesserung der regionalen Lebensqualität soll Einheimische in der Region halten und die erforderliche Attraktivität für die benötigte Zuwanderung von Arbeitskräften bewirken.

 

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"Der Schlüssel liegt in einer gesunden Wirtschaft - nicht Produktion von Massenware mittels "rauchender Schlote" sondern innovative, intelligente Produkte, die "mit Herz und Hirn" von hochqualifizierten heimischen und zugewanderten Arbeitskräften und Unternehmern entwickelt und hergestellt werden und durch hohe Produktivität zu kompetitiven Konditionen auf den Märkten abgesetzt werden können."

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Wie wird sich aus Ihrer Sicht in Zukunft das Waldviertel verändern?

Aus meiner Sicht wird sich das Waldviertel auch zukünftig deutlich positiver als Gesamtösterreich entwickeln und dadurch weiter aufholen.
Dabei ist es wichtig, nicht nur die Schönheit der Landschaft,  biologischen Landbau und sanften Tourismus als "Heilsbringer" zu sehen - da würden wir zu einem "Disneyland für Pensionisten" verkommen.
Der Schlüssel liegt in einer gesunden Wirtschaft - nicht Produktion von Massenware mittels "rauchender Schlote" sondern innovative, intelligente Produkte, die "mit Herz und Hirn" von hochqualifizierten heimischen und zugewanderten Arbeitskräften und Unternehmern entwickelt und hergestellt werden und durch hohe Produktivität zu kompetitiven Konditionen auf den Märkten abgesetzt werden können.


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"Aus meiner Sicht müsste bereits in der Schule Leistungsdenken gefördert und gefordert werden.
Auch die Fokussierung auf Stärken und deren Weiterentwicklung sollte mehr betont werden, das Beseitigen von Schwächen - soferne nicht ein relevantes Mindestniveau unterschritten wird - sollte nicht mehr Hauptthema sein, die Durchschnittsfalle wäre ansonsten das traurige Resultat."

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Österreich ist (noch) nicht wirklich ein Land der UnternehmerInnen. Wie könnte man aus Ihrer Sicht Unternehmertumbewusstsein in Österreich verbessern?

In unserem Schulsystem werden leider nicht Unternehmer sondern eher Unterlasser herangezogen. Das Anstreben einer pragmatisierten Beamtenposition ist noch in viele Gehirne als Berufsziel dauerhaft eingebrannt, wohingegen erfolgreichen Unternehmern mitunter mit Misstrauen begegnet wird (Steuerhinterzieher, Leuteschinder, ...).
Aus meiner Sicht müsste bereits in der Schule Leistungsdenken gefördert und gefordert werden.
Auch die Fokussierung auf Stärken und deren Weiterentwicklung sollte mehr betont werden, das Beseitigen von Schwächen - soferne nicht ein relevantes Mindestniveau unterschritten wird - sollte nicht mehr Hauptthema sein, die Durchschnittsfalle wäre ansonsten das traurige Resultat.
Ein kaufmännisches Grundverständnis muss ebenfalls ein allgemeines must have sein.
Es ist verquer, dass sich ein Maturant, der nie das Burgtheater besucht hat, als "Kulturbanause" beschimpfen lassen muss, während ein akademischer Geisteswissenschaftler problemlos erklären kann, von Wirtschaft keine blasse Ahnung zu haben, und sich mit dieser Aussage noch in höhere intellektuelle Sphären erheben kann.
An diesem Thema scheiden sich gesellschaftspolitisch die Geister.

 

 

/Add-on/

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"(...) weil er immer wieder neue Ideen entwickelt hat und diese auch erfolgreich umsetzt; weil er seine Herkunft und seine Wurzeln nicht vergessen hat und seine steirische Heimatregion durch nachhaltige Investitionen massiv unterstützt...."

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Haben Sie eine Person als unternehmerisches Vorbild und wenn ja, welche?


Didi Mateschitz, weil er von seiner Idee (Energy Drink) überzeugt war, seine (Manager-)Karriere riskiert hat,
auch nach zahlreichen Rückschlägen nicht aufgegeben hat und dadurch letztlich erfolgreich war;
weil er den Grundsatz "divide et impera" befolgt hat und mit einem Partner, dem er all die Jahre treu geblieben ist, erfolgreich war;
weil er nicht nach ersten großen Erfolgen in Saturiertheit und Dekadenz verfallen ist;
weil er immer wieder neue Ideen entwickelt hat und diese auch erfolgreich umsetzt; weil er seine Herkunft und seine Wurzeln nicht vergessen hat und seine steirische Heimatregion durch nachhaltige Investitionen massiv unterstützt...


 

 

Ing. Wolfgang Pröglhöf mit seinem Projekt Regionalfunding im Web:


/+/ Regionalfunding.at