Florian Gschwandtner - Runtastics erfolgreicher Start-up-Gründer und CEO erobert sportlich und unternehmerisch ambitioniert via Linz und San Francisco die USA und die ganze Welt mit Fitness-Apps und seiner Sport-Community.
Florian Gschwandtner - © Runtastic

"Unternehmertum bedeutet...
seine eigenen Ideen zu entwickeln und auch umsetzen zu können."


(Florian Gschwandtner)

 

/1/ Was der Schlüssel hinter dem Runtastic Erfolg ist und was sich nun nach 4 Jahren Aufbau und der Beteiligung durch die Axel Springer AG am Start-up ändert. Die weiteren Zukunftspläne des Linzer Unternehmens.

 


/2/ Was beim Aufbau eines Start-ups wichtig ist und wie man das Unternehmertumbewusstsein und die Start-up Szene in Österreich verbessern kann.


 


 

 

 

 

/3/ Was Österreich von der amerikanischen Mentalität lernen kann und wen Florian Gschwandtner gerne mal treffen würde.

 

 

/Add-on/ Was ein DONI ist und warum dieser Runtastic innovativ macht.
/// Ob Runtastic das sportlichste Unternehmen Österreichs ist?

 

 

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Florian Gschwandtner ist Gründer und CEO der beliebten Fitness Tracking App und Sportcommunity Runtastic, dem vielleicht sportlichsten Unternehmen Österreichs. Ende 2009 gegründet, hat das oberösterreichische Start-up nach 4 Jahren Aufbauzeit eine erfolgreiche strategische Partnerschaft mit dem deutschen Medienkonzern Axel Springer AG geschafft.

Als Unternehmer wurde Florian Gschwandtner als "Onliner des Jahres" in der Kategorie Innovation auf Werbeplanung.at 2013 ausgezeichnet, davor wurde er schon 2011 mit dem österreichischen Jungunternehmerpreis geehrt, nachdem dieser einen Master jeweils in Mobile Computing und ECommerce & Supply Chain Management gemacht hat.
Das deutsche Magazin "Business Punk" hat den passionierten Läufer und dessen schnelles Start-up kürzlich mit einer Titelblattgeschichte mit dem Titel "Faster than Nike" gefeatured.


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Der Macher hinter Runtastic: Florian Gschwandtner - Der erfolgreiche Runtastic Start-up-Gründer und CEO aus Linz erobert sportlich ambitioniert die USA und die ganze Welt mit seinen Apps und seiner Sport-Community.  Foto: © RuntasticFlorian Gschwandtner, Sie erobern den für Start-ups spannenden amerikanischen Marktraum und auch die ganze Welt mit ihres Apps und Ihrer Sport-Community: 64 Millionen Downloads und 26 Mio registrierte User. Was ist aus Ihrer Sicht der Schlüssel zum bisherigen Runtastic Erfolg?

Ich glaube, es sind mehrere Schlüssel, die schlussendlich zum Erfolg führen. Das gute Team, die "Think Big" Strategie und die damit verbundene Internationalisierung und natürlich auch der stetige Drang nach neuen Produkten und Innovationen (und auch ein wenig Glück).

 

Eine neue Funktion von Runtastic nennt sich "Story Running". Man hört während dem Laufen spannende Geschichten in denen man als Läufer Akteur der Geschichte ist und das eigene Lauftraining so für mehr Spaß der Geschichte anpassen kann -
was ist die Story hinter Runtastic selbst?
Wie sind Sie auf den Gedanken"Jetzt mache ich eine Lauf-App und baue eine Sportcommunity auf" gekommen?

Die Story hat bereits im Studium begonnen, als zwei meiner drei Gründerkollegen mit externen GPS Trackern Segelboote am Neusiedlersee getrackt haben. Die Idee wurde weiterverfolgt und für den Breitensport adaptiert. Gesagt - getan - und zum Glück hat es auch funktioniert.

 

Nun nach 4 Jahren, wie mit der Laufuhr gut getimet, eine große Partnerschaft - Sie haben Runtastic gegen Ende 2013 mit knappen Mehrheitsverkauf (Anmerkung: 50.1%) an den Medienkonzern Axel Springer AG verkauft.
Was hat sich seitdem bei Runtastic geändert und was erwarten Sie sich von dieser nun geschaffenen Synergie mit einem Medienriesen wie Axel Springer?

Eigentlich fast keine Änderungen und wir können und sollen uns ja so weiterentwickeln wie wir geplant haben. Wir sehen ein gemeinsames großes Ziel und Axel Springer ist der richtige Partner für uns, um unsere Vision noch schneller erreichen zu können.

 

- Betreff Zukunft: Was sind aus Ihrer Sicht die stärksten Fitnesstrends und wie wird Runtastic diese aufgreifen?

Das Thema "Quantified Self" ( - Anmerkung: Bei „The Quantified Self“ ist es ein Ziel, einen Erkenntnisgewinn u.a. zu persönlichen, gesundheitlich- und sportlichen Fragestellungen via aufgezeichneter Informationen zu bekommen) ist ja gerade ein großer Hype und wir versuchen auch unser eigenes Runtastic Ökosystem aufzubauen und hier natürlich eine sehr gute Lösung anzubieten.



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Das deutsche Magazin "Business Punk" hat den passionierten Läufer und dessen schnelles Start-up kürzlich mit einer Titelblattgeschichte mit dem Titel  "Faster than Nike" gefeatured. Foto: © RuntasticWas würden Sie GründerInnen beim Aufbau eines Start-ups als Tipps nahelegen?

Das richtige Gründerteam und Durchhaltevermögen. Es kann schon sein, dass nicht alles auf den ersten Anlauf funktionieren wird.
Im Gründerteam glaube ich daran, dass der Mix aus Technik und Wirtschaft sehr positiv ist.

 

Die Start-up Szene in Oberösterreich boomt gerade - stark auch durch Ihren Erfolg. Ist Oberösterreich ein besserer Boden als Wien für Start-ups in Österreich?

Nein, da würde ich nicht unbedingt eine Konkurrenz sehen. Oberösterreich hat aber natürlich schon mit den Fachhochschulen und der Linzer Uni sehr gute Bildungseinrichtungen, welche vor allem im technischen Bereich mit der FH Hagenberg tolle Qualität liefern.
Viele Runtastics stammen auch aus der Entwicklerschmiede in Hagenberg und sehr viele auch aus dem passenden Studiengang Mobile Computing.
Ich glaube auch, dass wir mit Runtastic hoffentlich ein gutes Vorbild für viele kommende Jungunternehmer sind und geben uns auch Mühe, unser Wissen zu teilen und die Szene anzukurbeln.
Teilweise gelingt das auch schon gut.

 

Betreff die Gründerszene ankurbeln - Österreich ist (noch) nicht wirklich ein Land der UnternehmerInnen.
Wie könnte man aus Ihrer Sicht Unternehmertumbewusstsein in Österreich verbessern?

Hier muss sich glaube ich grundsätzlich einiges ändern. Das geht in der Bewusstseinsbildung in den Schulen los und endet in der Politik.
In Österreich wird es einem angehenden Unternehmer nicht unbedingt einfach gemacht seine Idee umzusetzen und die Bürokratie ist meiner Meinung nach zu hoch.
Auch für die Investorenszene könnte es bessere Bedingungen geben und so könnte man mehr Risikokapital schaffen und dies ist gleichzeitig wieder der Nährboden für angehende Start-ups.

 

Als erfolgreicher Gründer und Experte betreff Start-ups - Was fehlt der österreichischen Start-up Szene?

Gar nicht mehr so viel. Wahrscheinlich ein paar mehr große Success Stories und eben auch das schon oben angesprochene Bewusstsein über Entrepreneurship und wie das Ganze eben funktioniert.
Viele junge Menschen denken gar nie über die Option "Unternehmertum" nach, da ihnen nie wirklich vorgestellt wird, was hier überhaupt möglich wäre.

 

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/3/


Runtastic hat seinen Hauptsitz in Pasching (Oberösterreich) und hat auch ein Office in San Francisco. Was sind für Sie die wesentlichen Unterschiede der Unternehmertumkultur in Österreich und den USA?
Was kann Österreich von den USA lernen?

Ich glaube wir können einiges lernen von den USA. Die Leute in den USA sind prinzipiell sehr offen und sehr unternehmerisch getrieben - ich spreche jetzt vor allem natürlich über die Bay Area / Silicon Valley - Wie schon zuvor angesprochen, geht es in den USA eigentlich schon in der High School los und jeder weiß, was es heißt in einem Start-Up zu arbeiten und wie die Szene tickt.
Zusätzlich werden diese jungen Menschen auch verstanden, in den Medien aufgenommen und bei Erfolg auch gefeiert. Hier gibt's also jede Menge an Potential...

 

Sie waren vor kurzem auch bei den Headquarters von Google und Apple in den USA - Die App "Runtastic Six Pack Abs – Free" wurde von Apple unter den besten neuen Gesundheits-Apps für 2014 gewählt. Was kann Runtastic von Größen wie Google und Apple lernen?

Jede Menge. Vor allem lernt man zu verstehen, dass dort auch nur Menschen arbeiten und dass wir mit Runtastic und hier in Österreich bei vielen Projekten eine Top Qualität haben. Generell meine ich, dass man von den "Amis" sehr viel lernen kann, vor allem die Offenheit und Begeisterung für Ideen und Produkte.


Haben Sie eine Person als unternehmerisches Vorbild und wenn ja, welche?

Ich lasse mich sehr gerne von Menschen motivieren, auch wenn ich diese noch nie getroffen habe, dann eben über Bücher.
Coole Menschen sind Tony Hsieh, Dietrich Mateschitz (würde ich gerne mal persönlich kennen lernen), Renzo Rosso und viele mehr.

 

Unternehmertum bedeutet...

Seine eigenen Ideen zu entwickeln und auch umsetzen zu können.

 

Was wird den Unternehmer des weiteren 21. Jahrhunderts auszeichnen?

Offenheit & Schnelligkeit.



Runtastic hat Büros in Linz und in San Francisco. Runtastics "DONI" hilft dem Unternehmen noch innovativer zu werden.

/Add-on/


Runtastic entwickelt konstant neue Produkte und Services, geht oft schnell von Software auch immer wieder zum ergänzenden Hardwarebereich und wieder zurück,
greift betreff Services und Produkte mal Indoor- mal den Outdoor-Sportbereich auf -
Wie wird bei Runtastic Innovation gefördert? Was macht Runtastic so innovativ?

Unser junges und motiviertes Team und unseren "DONI" jeden ersten Donnerstag im Monat.
"DONI" steht für "Day of new ideas" und hier darf jeder Mitarbeiter an eigenen Ideen arbeiten und es entstehen unglaublich gute Sachen...


Als passionierter Nutzer der eigenen Runtastic Apps - Auf wieviele Laufkilometer kommen Sie selbst in der Woche?

Aktuell gar nicht auf so viele, da ich nach wie vor leider mit meinem Knie ein bisschen kämpfe seit meinem Halbmarathon in San Francisco. Seit letzter Woche sind es aber zumindest wieder 2 Läufe pro Woche und natürlich 3-5x das Fitnessstudio.

 

Sie kommen mit Ihrem Unternehmen und somit sicher auch beim Laufen viel herum.
- "Runtastic makes Sport fantastic" - Wo befindet sich Ihre persönliche Lieblingslaufstrecke?


Ich finde meine San Francisco "Hausstrecke" am besten. Die führt von der 7th & Folsom über das Giant Stadion dem Pier entlang und dann zurück über die Market Street. Ich genieße diesen Lauf mehrmals im Jahr.
Aber auch der Central Park hat etwas für sich - und natürlich die Linzer Donaulände ist jedesmal ein Genuss.

 

Ist Runtastic das sportlichste Unternehmen Österreichs?

Ich würde zumindest meinen, eines der sportlichsten (lächelt).

 

 


 

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